Die Energy Towers Holding AG arbeitet seit mehreren Jahren an einer Kraftwerkstechnologie, die bekannte physikalische Prinzipien wie Auftrieb und Schwerkraft mit industrieller Abwärme und moderner Kreislaufmechanik verbinden soll. 2026 ist für das Unternehmen ein wichtiges Übergangsjahr: Aus Entwicklung, Berechnungen und Simulationen soll Schritt für Schritt eine reale Anlage werden. Der geplante Prototyp, weitere Forschung und die Vorbereitung auf den Kapitalmarkt bestimmen deshalb die nächste Phase.
„Der Prototyp ist unser Proof-of-Concept.“
— Zeki Akbayir, Gründer und CTO von Energy Towers
Das Wichtigste in Kürze
- Energy Towers besteht seit 2021
- Eigene Kraftwerkstechnologie steht im Mittelpunkt
- Prototyp wird konkret vorbereitet
- Forschungsarbeit begleitet die Entwicklung
- Börsenhandel für 2027 angestrebt
- Skalierung folgt nach erfolgreicher Validierung
Wer ist die Energy Towers Holding AG?
Die Energy Towers Holding AG ist ein deutsches Technologieunternehmen mit gesellschaftsrechtlichem Sitz in Michelstadt und einem Büro in Leimen bei Heidelberg. Im Handelsregister des Amtsgerichts Darmstadt wird das Unternehmen unter HRB 102861 geführt. Die Aktiengesellschaft wurde Ende 2021 eingetragen; Unternehmensgegenstand sind insbesondere Errichtung und Betrieb von Energieerzeugungsanlagen sowie Beteiligungen im Bereich der Energieversorgung.
Im Mittelpunkt steht eine eigene Kraftwerkstechnologie. Die Idee geht auf Gründer Zeki Akbayir zurück. Die heutige Unternehmenswebsite nennt Akbayir als Gründer beziehungsweise Initiator und CTO sowie Stephan Ballweg als CEO.
Das Konzept unterscheidet sich deutlich von klassischen Windkraft- oder Photovoltaikanlagen. Energy Towers will Energie aus Quellen wie industrieller Abwärme, Geothermie oder Biogas in einen mechanischen Kreislauf übertragen. Auftrieb, Schwerkraft, Drucktechnik und Generatoren sollen anschließend dazu beitragen, diese Energie in elektrischen Strom umzuwandeln.
Damit befindet sich das Unternehmen in einem Bereich, der sowohl Maschinenbau als auch Energietechnik und industrielle Energieeffizienz berührt.
Von einer Idee zum Entwicklungsunternehmen
Die Ausgangsidee klingt zunächst einfach: Ein mit Luft gefüllter Körper steigt in Wasser nach oben. Grundlage dafür ist das seit Jahrhunderten bekannte archimedische Prinzip.
Energy Towers versucht daraus jedoch einen kontinuierlichen technischen Kreislauf zu entwickeln.
Arbeitskörper werden in ein unter Druck stehendes Flüssigkeitssystem eingebracht, steigen aufgrund des hydrostatischen Auftriebs nach oben und bewegen dabei eine mechanische Kette. Anschließend werden die Arbeitskörper auf ein zweites System übergeben und sinken durch ihr Eigengewicht wieder ab. Ein Generator soll die entstehende Bewegung in elektrische Energie umwandeln.
Das Unternehmen betont ausdrücklich, dass es sich nicht um ein Perpetuum Mobile handelt. Für den Betrieb muss Energie zugeführt werden. Als eine mögliche Energiequelle nennt Energy Towers beispielsweise industrielle Abwärme.
Kurz erklärt: Warum Abwärme interessant ist
Bei vielen Industrieprozessen entsteht Wärme, die nicht vollständig weiterverwendet werden kann. Gelingt es, einen Teil dieser Energie wirtschaftlich in elektrischen Strom umzuwandeln, kann aus einem bislang teilweise ungenutzten Nebenprodukt eine zusätzliche Energiequelle werden.
Genau diesen Markt will Energy Towers unter anderem adressieren.
2026 soll aus Theorie zunehmend Praxis werden
Die entscheidende Entwicklung findet derzeit weniger in der Beschreibung des physikalischen Prinzips als in dessen technischer Umsetzung statt.
Energy Towers erklärte Anfang 2026, dass die Vorbereitung des ersten funktionsfähigen Prototyps einen zentralen Schwerpunkt des Jahres bilde. Die Anlage soll das Zusammenspiel von Auftrieb, Schwerkraft, Kreislaufmechanik und Energiezufuhr unter realen Bedingungen untersuchbar machen.
Im Mai 2026 kommunizierte das Unternehmen zudem eine laufende Finanzierungsrunde über acht Millionen Euro. Die Mittel sollten nach Unternehmensangaben insbesondere für den Prototyp, Engineering, Personalaufbau, Skalierung und den weiteren Schutz des geistigen Eigentums verwendet werden.
Die inzwischen aktualisierte FAQ konkretisiert die Planung weiter: Aktuell kalkuliert Energy Towers für den Prototyp mit rund sechs bis acht Millionen Euro. Aufbau und Inbetriebnahme in Deutschland sollen nach dem heutigen Planungsstand bis Ende 2027 erfolgen.
Damit wird deutlich: Energy Towers befindet sich weiterhin in einer Entwicklungsphase. Ein industriell betriebener Serienkraftwerkstyp mit langjährigen Betriebsdaten existiert bislang nicht.
Der kommende Prototyp soll deshalb einen entscheidenden Schritt zwischen technischer Entwicklung und möglicher späterer kommerzieller Nutzung darstellen.
Forschung liefert wichtige Zwischenschritte
Parallel zur technischen Entwicklung arbeitet Energy Towers nach eigenen Angaben mit Forschungseinrichtungen zusammen.
Von besonderer Bedeutung sind Berechnungen, die im Umfeld des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) durchgeführt wurden. Dabei wurden unter anderem das hydraulische System und der Turm als Teilsysteme betrachtet.
Energy Towers veröffentlichte dazu modellierte Wirkungsgrade von rund 68 Prozent für das hydraulische System und unter bestimmten Betriebsparametern von bis zu 87 Prozent für den Turm. Wichtig ist allerdings die Einordnung: Diese Werte beruhen auf Modellen und Annahmen zu einzelnen Systembereichen und stellen keinen gemessenen Gesamtwirkungsgrad einer kompletten Energy-Towers-Anlage dar.
Genau hier liegt eine der Aufgaben des Prototyps.
Erst eine vollständige Anlage kann zeigen, wie sich die verschiedenen Komponenten im Zusammenspiel verhalten und welche Nettoleistung nach Abzug des Eigenenergiebedarfs tatsächlich erreicht werden kann.
Kurz erklärt: Modell und Realität
Technische Simulationen und Berechnungen sind ein normaler Bestandteil der Entwicklung neuer Maschinen. Sie helfen, Komponenten auszulegen und mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen.
Sie ersetzen aber keine Messungen eines vollständigen Systems im Dauerbetrieb. Deshalb wird der geplante Prototyp für die weitere Bewertung der Technologie besonders relevant.
Mehr als eine Anwendung geplant
Energy Towers beschränkt die mögliche Nutzung der Technologie nicht auf klassische Industrieanlagen.
Auf der Unternehmenswebsite werden mehrere Einsatzgebiete genannt: Industrie und Produktion, Landwirtschaft, öffentliche Infrastruktur, Energieversorger sowie dezentrale Energieversorgung. Auch Mikronetze und Off-Grid-Standorte gehören zur Strategie.
Im Juli 2026 stellte das Unternehmen zudem ein Konzept für städtische Anwendungen vor. Dabei sollen vertikale Kraftwerkssysteme mit begrünten Fassaden verbunden und in urbane Quartiere integriert werden. Die geplante Pilotanlage soll dafür zunächst die technische Basis schaffen.
Das zeigt, wohin sich Energy Towers entwickeln möchte: Aus einer einzelnen Kraftwerksidee soll langfristig eine modulare Technologieplattform für unterschiedliche Einsatzbereiche entstehen.
Nach heutigen Unternehmensangaben sollen einzelne Anlagen bis zu fünf Megawatt Leistung erreichen und mehrere Einheiten miteinander kombinierbar sein.
Ob diese Größenordnung später unter realen Betriebsbedingungen wirtschaftlich erreicht werden kann, muss die praktische Entwicklung zeigen.
Patente und Know-how als Grundlage
Für ein technologiegetriebenes Unternehmen spielen Schutzrechte eine besondere Rolle.
Energy Towers verweist auf ein patentiertes Verfahren beziehungsweise eine patentierte Vorrichtung zur Energiegewinnung. Neben dem technischen Know-how sollen damit zentrale Bestandteile des Konzepts vor Nachahmung geschützt werden.
Gleichzeitig plant das Unternehmen langfristig nicht nur den Verkauf eigener Anlagen. In der aktuellen Unternehmenskommunikation werden auch Produkt-, Vertriebs-, Service-, Wartungs- und projektbezogene Lizenzen genannt.
Das ist für die spätere Skalierung relevant.
Würde sich die Technologie technisch und wirtschaftlich bestätigen, müsste Energy Towers nicht zwangsläufig sämtliche Anlagen weltweit selbst produzieren und betreiben. Maschinenbauer, Anlagenbauer oder regionale Partner könnten über Lizenzmodelle in die Wertschöpfung eingebunden werden.
Auch dafür gilt allerdings: Voraussetzung ist zunächst ein belastbarer technischer Nachweis.
Kapitalbedarf gehört zur Entwicklungsphase
Neue Kraftwerkstechnologien sind kapitalintensiv.
Engineering, Material, Anlagenbau, Genehmigungen, Tests und wissenschaftliche Begleitung müssen finanziert werden, bevor eine mögliche Serienproduktion beginnen kann. Bei Energy Towers kommt hinzu, dass das Unternehmen parallel seine Organisation und seine Kapitalmarktstruktur ausbaut.
Die Energy Towers Holding AG verfügt über Stamm- und Vorzugsaktien. Nach Angaben des Unternehmens besteht bereits eine außerbörsliche Kursnotierung. Ein organisierter Börsenhandel findet derzeit jedoch noch nicht statt.
Das Unternehmen verfolgt weiterhin das Ziel einer Einbeziehung seiner Aktien in den Freiverkehr einer Börse.
Der aktuell auf der Unternehmenswebsite genannte Zeitplan sieht dafür das zweite Halbjahr 2027 vor.
Das ist gegenüber früheren Planungen eine wichtige Aktualisierung. Ältere Unternehmensmitteilungen hatten teilweise noch einen früheren Börsengang vorgesehen. Die heutige FAQ nennt nun ausdrücklich 2027.
Für die Einordnung des Unternehmens sollte deshalb stets der jeweils aktuelle Entwicklungsstand zugrunde gelegt werden.
Die nächsten Meilensteine sind klarer geworden
Aus den veröffentlichten Informationen lässt sich inzwischen eine relativ klare Reihenfolge der nächsten Schritte erkennen.
Zunächst steht die weitere technische Entwicklung im Vordergrund. Parallel müssen Engineering, Materialauswahl, Komponenten und Systemsteuerung zusammengeführt werden.
Anschließend folgt der vollständige Prototyp.
Mit dessen Inbetriebnahme sollen reale Betriebsdaten entstehen. Erst dann können Fragen zu Gesamtwirkungsgrad, Wartung, Dauerbetrieb, Investitionskosten und Skalierbarkeit belastbarer beantwortet werden.
Parallel arbeitet Energy Towers am Ausbau von Partnerschaften, möglichen industriellen Anwendungen und seiner Kapitalmarktstrategie.
Damit verändern sich auch die Anforderungen an das Unternehmen.
In der frühen Entwicklungsphase stand vor allem die Idee im Mittelpunkt. Inzwischen geht es zunehmend um messbare technische und wirtschaftliche Ergebnisse.
2026 ist deshalb ein Übergangsjahr
Energy Towers hat inzwischen mehrere Entwicklungsstufen durchlaufen: Unternehmensaufbau, Patentstrategie, Simulationen, technische Berechnungen, Kapitalaufnahme und die Vorbereitung einer Pilotanlage.
Der nächste Schritt ist wesentlich konkreter.
Aus Zeichnungen, Modellen und einzelnen technischen Berechnungen muss eine vollständige Maschine werden.
Genau deshalb dürfte der geplante Prototyp für die weitere Entwicklung wichtiger sein als jede einzelne Unternehmensmeldung.
Wenn das System im realen Betrieb die erwarteten technischen Eigenschaften erreicht, eröffnet sich anschließend die Frage nach Serienfertigung, industriellen Referenzprojekten und internationalen Lizenzmodellen.
Sollten sich bei Wirkungsgrad, Konstruktion oder Betrieb neue technische Anforderungen ergeben, gehören entsprechende Anpassungen ebenfalls zu einem normalen Entwicklungsprozess.
Für Energy Towers beginnt damit eine Phase, in der sich die Geschichte des Unternehmens zunehmend anhand realer technischer Meilensteine erzählen lassen wird.
Energy Towers zwischen Technologie und Kapitalmarkt
Genau diese Verbindung macht das Unternehmen auch aus Sicht von Grey News interessant.
Energy Towers ist weder ein klassischer Energieversorger noch ein bereits etablierter Kraftwerkshersteller. Es handelt sich um ein technologiegetriebenes Entwicklungsunternehmen, das gleichzeitig Kapital für seinen nächsten industriellen Schritt benötigt.
Daraus ergeben sich zwei Perspektiven.
Technologisch entscheidet der Prototyp darüber, wie sich das Konzept unter realen Bedingungen bewährt.
Unternehmerisch geht es darum, Finanzierung, Partner, Produktion und spätere Skalierung so aufzubauen, dass aus einer funktionierenden Technologie auch ein tragfähiges Geschäftsmodell entstehen kann.
Beide Entwicklungen laufen derzeit parallel.
Energy Towers selbst bezeichnet 2026 als Jahr, in dem die Umsetzung beginnen soll.
Die aktuell veröffentlichten Planungen reichen inzwischen bis Ende 2027. Bis dahin sollen sowohl die praktische Validierung der Technologie als auch weitere Schritte in Richtung Börsenhandel vorankommen.
Damit steht das Unternehmen vor seiner bislang wichtigsten Entwicklungsphase.
Aus einer technologischen Vision muss nun ein messbarer industrieller Prozess werden.
Meilensteine der Energy Towers Holding AG
| Zeitraum | Entwicklung |
|---|---|
| 2021 | Eintragung der Energy Towers Holding AG |
| 2022–2025 | Aufbau von Technologie und Unternehmensstruktur |
| 2025 | Kapitalmarkt- und Finanzierungsmaßnahmen |
| 2026 | Engineering und Prototypvorbereitung |
| 2026 | Weitere technische Berechnungen |
| bis Ende 2027 | Geplante Prototyp-Inbetriebnahme |
| 2. Halbjahr 2027 | Börsenhandel als Unternehmensziel |
Die zukünftigen Termine entsprechen den aktuell veröffentlichten Unternehmensplanungen und stellen keine Garantie für ihre tatsächliche Umsetzung dar.
Was macht die Energy Towers Holding AG?
Das Unternehmen entwickelt eine neue Kraftwerkstechnologie, bei der unter anderem Auftrieb, Schwerkraft und Kreislaufmechanik genutzt werden. Energiequellen können nach Unternehmensangaben beispielsweise industrielle Abwärme, Geothermie oder Biogas sein.
Seit wann gibt es Energy Towers?
Die Energy Towers Holding AG wurde Ende 2021 in das Handelsregister eingetragen. Sie wird unter HRB 102861 beim Amtsgericht Darmstadt geführt.
Wer führt Energy Towers?
Auf der aktuellen Unternehmenswebsite werden Stephan Ballweg als CEO und Zeki Akbayir als Gründer beziehungsweise CTO genannt.
Gibt es bereits einen funktionierenden Energy Tower?
Ein vollständiger industrieller Prototyp befindet sich nach aktuellem Unternehmensstand noch in Vorbereitung. Energy Towers plant derzeit mit einem Investitionsvolumen von sechs bis acht Millionen Euro und einer Inbetriebnahme bis Ende 2027.
Welche Rolle spielt das KIT?
Im Umfeld des Karlsruher Instituts für Technologie wurden nach Unternehmensangaben Berechnungen zu wesentlichen Teilsystemen durchgeführt. Die veröffentlichten Werte sind Modellberechnungen und keine gemessenen Leistungsdaten einer kompletten Serienanlage.
Sind Energy-Towers-Aktien börsennotiert?
Derzeit besteht nach Unternehmensangaben eine außerbörsliche Kursnotierung. Die Einbeziehung in den Freiverkehr einer Börse wird für das zweite Halbjahr 2027 angestrebt.
Wie soll Energy Towers später Geld verdienen?
Neben dem möglichen Verkauf von Anlagen nennt das Unternehmen verschiedene Lizenzmodelle für Technologie, Vertrieb, Service, Wartung und einzelne Projekte.
Quellen
- ENERGY TOWERS Holding AG: Unternehmenswebsite, Technologie und Unternehmensdarstellung, Abruf 25.09.2026.
- ENERGY TOWERS Holding AG: FAQ zu Technologie, Prototyp und Kapitalmarktplanung, Abruf 25.09.2026.
- ENERGY TOWERS Holding AG: „Vom Pioniergeist zum Prototyp“, 11.02.2026, Abruf 25.09.2026.
- ENERGY TOWERS Holding AG: „Greentech made in Germany“, 27.05.2026, Abruf 25.09.2026.
- ENERGY TOWERS Holding AG: „Grüne Kraftwerke für die Stadt von morgen“, 09.07.2026, Abruf 25.09.2026.
- Handelsregisterinformationen Energy Towers Holding AG, HRB 102861, Abruf 25.09.2026.
Redaktioneller und rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag gibt den öffentlich dokumentierten Informationsstand zur Energy Towers Holding AG zum 25. September 2026 wieder. Aussagen zu zukünftigen Anlagenleistungen, Wirkungsgraden, Terminen, Börsenplänen, Markteinführung und Skalierung beruhen teilweise auf Angaben und Planungen des Unternehmens. Zukünftige Entwicklungen können hiervon abweichen. Modellrechnungen und technische Berechnungen sind nicht mit Betriebsdaten einer kommerziell eingesetzten Serienanlage gleichzusetzen.
Der Beitrag dient ausschließlich der journalistischen Information und stellt insbesondere keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Aufforderung zum Erwerb oder Verkauf von Aktien oder anderen Finanzinstrumenten dar.
