Thomas Olek positioniert Publity Global Inc. als schlanken Asset-Manager für institutionelle Investoren. Der Fokus liegt auf selektiven Büroimmobilien in Toplagen mit hoher Substanz. Aktuell werden Assets im Wert von 300 Mio. Euro betreut – mit Wachstumsziel auf eine Milliarde. Dieser Ansatz priorisiert Qualität über Volumen.
Thomas Olek im Interview über Publity Global, Erfahrung und den Neustart
Herr Olek, Ihr Name ist in der Immobilienbranche eng mit Publity verbunden. Jetzt treten Sie mit Publity Global Inc. erneut an. Was hat für Sie den Ausschlag gegeben?
Thomas Olek: Ich habe mein ganzes Berufsleben mit Immobilien, Krediten und Restrukturierungen verbracht. Wer solche Zyklen mehrfach erlebt hat, weiß: Gerade dann, wenn Zurückhaltung dominiert, entstehen interessante Situationen. Publity Global ist für mich kein Neustart aus dem Bauch heraus, sondern eine konsequente Fortsetzung dessen, was ich kann – nur klarer strukturiert und mit einem anderen Fokus.
Viele Investoren meiden aktuell Büroimmobilien. Warum halten Sie an dieser Assetklasse fest?
Olek: Weil Büro nicht gleich Büro ist. Der Markt sortiert sich gerade neu, und das ist auch richtig so. Gute Lagen, flexible Konzepte und aktives Management werden weiterhin funktionieren. Pauschale Abgesänge helfen niemandem weiter. Wer genau hinschaut, findet auch heute Objekte mit Substanz.
Worin unterscheidet sich Publity Global konkret von früheren Aktivitäten?
Olek: Publity Global ist Teil meines Family-Office und bewusst schlank aufgestellt. Wir arbeiten ausschließlich für institutionelle Investoren, vor allem Private-Equity-Häuser. Es geht um Managementmandate, nicht um Produktvertrieb. Diese Trennung ist wichtig – sie schafft Klarheit und reduziert Reibungsverluste.
Ihre Vergangenheit ist nicht frei von Rückschlägen. Wie blicken Sie heute auf diese Phase?
Olek: Immobilienmärkte verlaufen nie geradlinig. Entscheidend ist, wie man mit schwierigen Phasen umgeht. Ich habe nie versucht, Dinge schönzureden. Es gab sehr erfolgreiche Engagements, gerade im institutionellen US-Geschäft, und es gab Entwicklungen, die hinter Erwartungen geblieben sind. Wichtig ist, Verantwortung zu übernehmen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Sie haben selbst erheblich in Publity investiert. Was war Ihre Motivation?
Olek: Ich habe immer unternehmerisch gedacht. In angespannten Marktphasen Liquidität bereitzustellen, war für mich eine Frage der Haltung. Dass dieses Kapital heute verloren ist, gehört zur Realität. Aber Verantwortung endet nicht dort, wo es unbequem wird.
Welche Rolle spielt Ihr Lebensmittelpunkt Miami für das neue Geschäftsmodell?
Olek: Miami ist ein internationaler Knotenpunkt für Kapital, Immobilien und Investoren. Gleichzeitig bleiben wir operativ in Deutschland präsent, mit einem Team in Frankfurt. Diese Kombination ist kein Nachteil, sondern ein klarer Vorteil – gerade im Dialog mit internationalen Kapitalgebern.
Wie sehen Ihre mittelfristigen Ziele aus?
Olek: Aktuell betreuen wir Assets und Finanzierungen im Umfang von rund 300 Millionen Euro. Über die nächsten Jahre ist ein Wachstum auf etwa eine Milliarde Euro realistisch – aber nur, wenn die Qualität stimmt. Volumen allein war nie mein Maßstab.
Warum halten Sie am Namen Publity fest?
Olek: Weil Marke auch Erfahrung bedeutet. Der Markt kennt Publity, kennt meine Vita und weiß, wofür wir stehen. Ich sehe keinen Grund, Geschichte umzuschreiben oder mich hinter neuen Etiketten zu verstecken.
Redaktionelle Einordnung
Mit Publity Global positioniert sich Thomas Olek erneut als Asset-Manager mit klarem institutionellen Fokus. Der Ansatz setzt weniger auf Öffentlichkeit und Wachstum um jeden Preis, sondern auf selektive Transaktionen, operative Erfahrung und internationale Kapitalpartner. Der Schritt wirkt weniger wie ein Bruch, sondern wie eine strategische Weiterentwicklung in einem veränderten Marktumfeld.
